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Laktoseintoleranz: wie entsteht der Enzymmangel?

Die Entwicklung einer Laktoseunverträglichkeit kann individuell auf verschiedene Gründe zurückzuführen sein: dementsprechend divers fallen auch die Symptome aus. Primärer Einflussfaktor ist das jeweilige Ausmaß des Laktasemangels (also jenes Enzyms, das für die Aufspaltung des Milchzuckers verantwortlich ist) und worauf dieser Mangel zurückzuführen ist. Deshalb unterscheidet man zwischen 3 Bereichen der Unverträglichkeit:

  • Angeborene Laktoseintoleranz: diese betrifft bereits Neugeborene, da es sich von Geburt an um einen genetischen Enzymdefekt handelt. Die angeborene Laktoseintoleranz tritt allerdings nur sehr selten auf.
  • Primäre Laktoseintoleranz: diese Form ist ebenso genetisch bedingt, dabei sinkt die Enzymaktivität jedoch erst später. Ab dem Kleinkindalter entwickeln bis zu 20% der europäischen Bevölkerung eine primäre Laktoseintoleranz. Die Unverträglichkeit und deren Symptome steigern sich dabei schleichend über viele Jahre, bis die Intoleranz voll ausgeprägt ist. Die primäre Laktoseintoleranz ist der am häufigsten auftretende Enzymmangel und gilt weltweit als „Normalfall“ (in Asien und Südafrika sind etwa 90-100% der Bevölkerung intolerant).
  • Sekundäre/erworbene Laktoseintoleranz: ist die Folge einer Erkrankung; die Enzymproduktion wird nicht physiologisch durch die Genetik eingeschränkt, sondern durch eine Schädigung der Darmschleimhaut. Dies kann z.B. durch Entzündungen passieren: ist die Darmschleimhaut entzündet, ist unser Körper nicht in der Lage, genug Enzyme zu bilden. Dazu zählen die chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie etwa Morbus Crohn oder bestimmte Arten der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Aber auch zu viele unerwünschte Bakterien im Dünndarm können die Schleimhaut reizen und dadurch die Enzymproduktion beeinträchtigen. Ebenso ist die häufige Einnahme von Antibiotika kritisch zu betrachten, auch Bestrahlung bzw. Chemotherapie beeinflussen die Enzymproduktion negativ.

Vorteil der sekundären Laktoseintoleranz: regeneriert sich die Darmschleimhaut, etwa durch eine Darmsanierung, kann diese Form der Intoleranz wieder abklingen. Verbessern sich Erkrankungen/Entzündungen nicht, bleibt auch die Unverträglichkeit bestehen.

Gut zu wissen: je mehr Fett bzw. Eiweiß ein Lebensmittel aufweist, desto weniger Laktose ist hingegen enthalten (z.B. Butter, Käse), da kaum mehr Platz für Zucker übrig bleibt. Aus diesem Grund sind diese Nahrungsmittel auch den meisten laktoseintoleranten Menschen gut bekömmlich.

Weitere wissenswerte Informationen zum Thema Laktoseintoleranz erfahren Sie im ersten Teil.