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Leaky-Gut-Syndrom: was ist das?

Unter dem Begriff Leaky-Gut versteht man einen zu durchlässigen Dünndarm, der große Nahrungsmittelmoleküle in das Körperinnere eintreten lässt. Das führt zu immunologischen Reaktionen, die allerdings erst nach einer Zeitverzögerung von vielen Stunden bis zu einigen Tagen eintreten und sich summieren. Der Betroffene verspürt Symptome, die er nicht direkt einem Auslöser zuordnen kann. Folgen sind neben Blähungen oder Bauchschmerzen unter anderem auch

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten bzw. -allergien
  • Entzündliche Darmkrankheiten
  • Asthma, Übergewicht
  • Migräne oder Infektanfälligkeit

Wie entsteht Leaky-Gut?

Unsere Darmwand besitzt 3 Barrieren:

  1. Schleimschicht: Auf ihr befinden sich 100 Billionen Bakterien, die dafür verantwortlich sind, dass gefährliche Substanzen nicht in den Darm eindringen. Die Schleimschicht erneuert sich ständig und trainiert das Immunsystem, bildet Nährstoffe für die Darmschleimhautzellen und verhindert, dass sich krankhafte Erreger, schädigende Bakterien und Pilze einnisten können.
  2. Spezielle Antikörper: Diese werden aus der Darmschleimhaut gebildet und wirken wie ein Magnet, indem sie giftige Substanzen und Krankheitserreger anziehen und automatisch über den Stuhl wieder ausscheiden. Je mehr dieser Antikörper im Organismus vorhanden sind, desto stärker ist unser Immunsystem.
  3. Darmschleimhautzellen: Diese liegen direkt unterhalb der Schleimschicht und sind als dritte Barriere durch Bänder aus Eiweißen (Tight Junctions) miteinander verbunden. Ohne diese „Tight Junctions“ hätte die Darmschleimhaut viele kleine offene Stellen, durch die sämtliche Substanzen in die hinter der Darmschleimhaut liegende Blutkreislaufschicht gelangen könnten.

Genau das ist das Problem des Leaky-Gut-Syndroms: Die Schutzbänder sind (etwa bedingt durch Fehlernährung, Schadstoffe, Pestizide, Antibiotika oder zu viel Stress) beschädigt. Die drei Barrieren, die vom Magen über den gesamten Dünndarm bis in den Dickdarm reichen, sind nicht mehr intakt. Während ein gesunder Darm wie ein feines Haarsieb funktioniert, ist das Leaky-Gut-Syndrom mit einem Sieb mit viel zu großen Löchern vergleichbar. Der Körper versucht diese entstandenen Löcher zu reparieren, dadurch wird der gesamte Darm entzündlich. Die Entzündungen sind körperleigene Heilungs- bzw. Reparaturmaßnahmen, da die Bändchen immer wieder erneut durch einen fortlaufend schlechten Lebensstil reißen. Die Folge: Der Darm befindet sich in einer anhaltenden krankhaften Entzündungsspirale.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Entzündungsprozesse auch die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke negativ beeinträchtigen („Leaky Brain“). Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Multiple Sklerose oder Parkinson werden dadurch begünstigt.