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Warum sinkt die Immunkompetenz im Alter?

Mit fortschreitendem Alter werden wir anfälliger für Viren und Bakterien. Denn nicht nur unser Körper altert, sondern auch unser Immunsystem. Woran liegt das und was geht dabei im Organismus vor?

Im Laufe des Lebens produzieren wir weniger Antikörper und die Abwehrzellen durchwandern einen Veränderungsprozess. Infolge kann das Immunsystem nicht mehr so effektiv auf eindringende Erreger reagieren, wie in jungen Jahren. Die ersten Entwicklungen beginnen jedoch nicht erst im Erwachsenenalter, sondern schon mit Ende der Pubertät. Der Thymus, ein hinter dem Brustbein liegendes Organ, das Teil des Immunsystems ist, bildet sich langsam zurück. Der Thymus ist relevant für die Bildung von T-Zellen, also einem Teil der weißen Blutkörper, der verantwortlich für die Abwehr unbekannter Erreger ist. Infolge ist das Organ bereits im jungen Erwachsenenalter deutlich verkleinert, obwohl das Immunsystem in dieser Lebensphase grundsätzlich noch sehr leistungsfähig ist.

Wann macht sich die verringerte Immunkompetenz bemerkbar?

Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Studien zeigen, dass sich die Beschaffenheit des Immunsystems und mehrere Gesundheitsparameter wechselseitig beeinflussen. Fühlt man sich im Alter also noch fit und körperlich aktiv, funktioniert meist auch die Organfunktion im Körper gut – und damit ebenso das Immunsystem. Somit spielen auch der persönliche Lebensstil sowie chronische Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle. Startet ein junger Mensch mit bereits vergleichsweise geschwächtem Immunsystem in den Alterungsprozess, wird sich auch das Nachlassen der Abwehrkräfte frühzeitig bemerkbar machen.

Oft wird die Altersgrenze von 65 Jahren im Zusammenhang mit einer spürbar schwächeren Immunkompetenz genannt. Das Robert-Koch-Institut konnte allerdings schon nachweisen, dass bereits für Menschen ab 50 Jahren ein erhöhtes Risiko besteht, an einem schweren Krankheitsverlauf zu leiden. Die Lungenentzündung zählt hier zu den gefährlichsten Infekten. Obwohl man sich noch körperlich fit fühlt, lässt bei vielen Menschen in dem Alter die Leistung des Immunsystems nämlich bereits stark nach.

Krankheitserreger haben leichteres Spiel

Eine minimierte Funktion der körperlichen Schutzbarrieren (z.B. in den Atemwegen) ist im Zusammenhang mit der Lungenentzündung oft entscheidend. Die Regeneration der Schleimhäute verschlechtert sich mit zunehmendem Alter, sodass sich der Abtransport von Fremdkörpern durch die Flimmerhärchen verlangsamt. Infolge gelangen Keime einfacher in den Körper. Zudem verliert der Hustenstoß durch abbauende Muskelmasse bzw. Muskelkraft an Effektivität, wodurch die Keime schlechter abgehustet werden können. Auch die Hautalterung begünstigt Infektionsrisiken: Mit nachlassender Hautelastizität werden wir anfälliger für Verletzungen und durch entstehende offene Wunden können Erreger leichter eindringen. Gleichzeitig lässt im Alter die Durchblutung der Haut nach, weshalb die Abwehrzellen im Falle einer Verletzung nicht mehr so schnell an die benötigte Stelle gelangen.