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Wie wird Fruktoseintoleranz verursacht?

Als Fruktoseintoleranz wird die Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker bezeichnet, wie er vor allem in Obst, aber auch Gemüse, Säften, Honig, Süßigkeiten oder sogar Bier vorkommt. Bei Betroffenen führt dies dazu, dass die Fruktose nur eingeschränkt in die Blutbahn aufgenommen wird. Weshalb ist das problematisch?

Verzehren wir Fruchtzucker, gelangt dieser normalerweise über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf. Dies passiert mithilfe von bestimmten Transportmolekülen, welche als GLUT-5 bezeichnet werden. Bei jedem Menschen stoßen diese Fruktosetransporter an einem gewissen Punkt an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Durchschnitt können sie 35-50 Gramm Fruktose pro Stunde in das Blut schleußen, bei Menschen mit Fruktoseintoleranz sind es jedoch nur 10 Gramm (etwa die Menge von ein paar Weintrauben). Allgemein spricht man dann von einer Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker, wenn die Darmschleimhaut weniger als 25 Gramm Fruktose aufnehmen kann. Schuld daran sind die GLUT-5 – Transporter: entweder sind sie in der Darmwand nicht ausreichend vorhanden oder in ihrer Funktion eingeschränkt.

Wie entstehen Beschwerden?

Kann die Fruktose nicht aus dem Dünndarm in die Blutbahn geschleust werden, wandert sie weiter in den Dickdarm. Dort wird der Zucker von den angesiedelten Bakterien verstoffwechselt, welche verschiedene Gase (Wasserstoff, Methan, Kohlendioxid) als Abfallstoffe abgeben. Die Gase blähen den Dickdarm auf und verursachen unangenehme Symptome im Magen-Darm-Bereich, auch Kopfschmerzen sind eine verbreitete Begleiterscheinung. Meist wird die Fruktoseintoleranz erworben und taucht erst im Laufe des Lebens auf (auch als intestinale Fruktoseintoleranz bekannt).

Was ist die hereditäre Fruktoseintoleranz?

Es gibt auch eine Form der angeborenen Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker. Diese ist erblich bedingt und wird als hereditäre Fruktoseintoleranz bezeichnet. Für Menschen, die an dieser Intoleranz leiden, sind bereits kleinste Mengen Fruktose potenziell lebensgefährlich. Das liegt allerdings nicht am GLUT-5 – Transporter, sondern an dem Enzym Aldolase B. Ist zu wenig von diesem Enzym vorhanden, steigt der Fruchtzuckergehalt in den Zellen so stark an, dass er sie beschädigt. Paradoxerweise machen sich dann bei den Betroffenen Symptome einer Unterzuckerung bemerkbar. Daraufhin kann es zu einem schweren Schockzustand kommen, außerdem sind Schäden an Leber, Niere und Darmschleimhaut mögliche Folgen. Die angeborene Fruktoseintoleranz tritt jedoch sehr selten auf.

Gut zu wissen: Fruktose ist ebenso in Haushaltszucker enthalten, zusammen mit Glukose, die im Allgemeinen auch als Traubenzucker bekannt ist. In dieser Form ist Fruktose für den Darm allerdings unproblematisch: in Verbindung mit Glukose tritt der Fruchtzucker über einen anderen Transporter durch die Darmwand. Aus diesem Grund ist gewöhnlicher Zucker für intolerante Menschen sogar besser verträglich als Fruchtzucker aus Obst.