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Woran erkennt man das Reizdarmsyndrom?

Die Hälfte der Patienten, die aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden einen Arzt aufsucht, leidet an dem sogenannten Reizdarmsyndrom. Etwa 10% der Bevölkerung erkranken im Laufe des Lebens daran, insbesondere Frauen. Zu ihrem Leidweisen werden die Betroffenen jedoch oft nicht ernst genommen, da ihren Symptomen kein fester Marker zugeordnet werden kann.

Wie macht sich das Reizdarmsyndrom bemerkbar?

Betroffene erleiden eine Vielzahl typischer Beschwerden, die in der Regel nur tagsüber auftreten. Dazu zählen etwa Bauchschmerzen, Krämpfe und Missempfindungen im gesamten Bauchbereich, die sich nach dem Stuhlgang meist bessern. Oftmals plagt die Betroffenen auch ein Druck- bzw. Völlegefühl und es kommt zu Durchfall und Verstopfung. Diese beiden Extreme können sich abwechseln, starke Blähungen erschweren den Alltag zusätzlich. Eine Ursache des Reizdarmes liegt im Dünndarm: genauer gesagt in der Dünndarmfehlbesiedelung. (SIBO, Small Intestinale Bowel Syndrome). Das bedeutet, es befinden sich zu viele Bakterien an falscher Stelle.

Wie entsteht eine Dünndarmfehlbesiedelung?

Unser Darm wird in verschiedene Abstufungen mit mehreren Funktionen unterteilt. Während der Dickdarm einen umschließenden Rahmen bildet, erfolgt im Dünndarm z.B. die Resorption, also die Aufnahme aller Nahrungsbestandteile ins Blut. Üblicherweise sind die Bakterien im Dickdarm angesiedelt, während im Dünndarm Keimarmut herrscht. Bei einer Dünndarmfehlbesiedelung kommt es zu einer Überwucherung von Bakterien, die aus dem Dickdarm in den Dünndarm wandern. Diese Bakterien haben unter normalen Bedingungen im Bereich des Dünndarms nichts verloren, da sie fälschlicherweise die Nahrungsmittel verwerten, die wir zu uns nehmen. Infolge kann der Körper nicht schnell genug reagieren und die Nahrungsbestandteile nicht aufnehmen, da die Bakterien bereits alles zersetzen. Bei diesen Stoffwechselvorgängen entstehen Gase bzw. toxische Abbauprodukte, Entzündungsprozesse sowie freie Radikale und es machen sich unangenehme Symptome bemerkbar. Folglich werden auch die Enzyme, die in den Schleimhäuten (Darmzotten) sitzen, beschädigt.

Die Beschwerden variieren und können bei jedem Betroffenen divers ausfallen. Auch die Ursache, weshalb eine Fehlbesiedelung des Dünndarms auftritt, ist sehr vielfältig. Häufig stellt sie allerdings den Ausgangspunkt einer Milchzuckerunverträglichkeit, Fruktoseintoleranz, Unverträglichkeit gegen Histamin oder des Leaky-Gut-Syndroms dar.

Wie kann ich meinen Darm unterstützen?

Stark gewürzte Speisen, Kaffee, Alkohol und Nikotin reizen den Darm zusätzlich und sollten deshalb vermieden werden. Zudem ist es ratsam, in kleineren Portionen und dafür mehrmals zu essen, anstatt den Verdauungstrakt mit großen Mengen zu überfordern. Zusätzlich erzielt regelmäßige Bewegung einen positiven Effekt. Wichtig ist außerdem, dass andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ausgeschlossen werden, da chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie z.B. Morbus Chron sehr ähnliche Symptome aufweisen können.